long time no see

19 04 2008

Ein Monat ist es her als ich mich auf den Weg nach Deutschland machte um hier in Berlin diese fremdartigen Wesen und deren Kultur zu erforschen. Die ersten Begegnungen hielten sich auch eher in einer Grazer Enkalven-artigen Umgebung auf. Es gibt viele Grazer hier kaum Wiener kaum Berliner. Die Ureinwohner scheinen sich zu verstecken, das macht aber weiter nichts, sind doch die Berliner als eher unfreundlich und arrogant verschrienen. Wahrscheinlich so wie die Wiener im restlichen Österreich.

Was bisher geschah:
Ich habe erfolgreich eine WG gefunden. Mit zwei sehr netten Mädls, Lina aus Lithauen, Julia aus Garmisch. Die Wohnung ist im Prenzlauer Berg beim Senefelderplatz. Genauer: Metzerstraße 14. Wir haben hier sehr viel Spaß, obwohl unsere Hausmitbewohner nicht sehr glücklich darüber sind. Des öfteren kommen Beschwerden und uns wurde mit dem Rauswurf gedroht – jetzt bemühen wir uns die Gemüter der Anderen nicht weiter zu strapazieren.

Die Uni hat begonnen. Ich mache ein paar interessante Kurse, u.a. Spanisch – zu meinem Leidwesen am Mittwoch um 08:30, was für eine Zeit, das hatte ich seit den ersten Semestern nicht mehr. Aber man nimmt was man kriegt.
Ansonsten mache ich eine Einführung in die Astrophysik um meine Laufbahn bei der ESA voranzutreiben. Sigrun goes space!
Sonst gibts nicht viel zu sagen über diesen Bereich. Uni…

Night-life. Ich gehe viel fort, mehr als in Wien, mehr als ich eigentlich will. Das schlägt aufs Geld aber um Berlin verstehen zu können muss man sich auch hin und wieder den örtlichen Gebräuchen anpassen und dazu gehört nunmal auch Club gehen. Ja ganz Recht, Club gehen.
Um das Rauchverbot in geschlossenen Lokalen kümmert sich Gott sei Dank noch niemand in Berlin. Hin und wieder darf man in Bars nicht rauchen, oder die Bars stellen den Nicht-rauchern eine großzüge Fläche im Ausmaß von 4 Tischen o.ä. zur Verfügung – hier wird strikt nicht geraucht.
Im Großen und Ganzen halte ich mich eher hier im Prenzlauerberg oder in Kreuzberg auf, ich bin einfach cool.

Klettern in Berlin. Obwohl Berlin in Teile wie: PrenzlauerBERG, KreuzBERG, SchöneBERG, LichtenBERG etc. aufgeteilt ist gibt es hier weit und breit nicht mal eine Annäherung an einen Berg. Die höchste Erhebung Berlins beträgt stolze 115m, die niedrigste 32m. Trotzdem haben sich diese gefinkelten Berliner was einfallen lassen um die neueste In-Sportart betreiben zu können, außer die üblichen Kletterhallen (die es natürlich zu Hauf gibt) wird hier gerne an den alten Weltkriegsbunker geklettert. Aber nicht so wie am Wiener Flakturm. Die Risse und Kanten der alternden Bunker werden zum Klettern benutzt. Dazu schlägt man ein paar Griffe und bohrt ein paar Haken schon ist eine der größten freien Kletterplätze Berlins geschaffen. Ich war noch nicht live Vorort das Wetter lässt das nicht zu.

Berlin sollte bekannt werden für einen Salzburger Schnürlregen. Berliner DünnfadenRegen (oder so)

Es gibt zahlreiche Bars, Kinos, Museen, Geschäfte, Cafes und vieles mehr. Um diese Stadt in all ihren Facetten fassen zu können braucht man wohl ein Leben lang. Ich habe noch 4 Monate und werde mich bemühen so viel als möglich zu erleben.

Hiermit beende ich mein 1Monats schreiben und wünsche all meinen Lesern (hihi) alles gute.

Ciaociao
oder halt Hasta luego (ich lern ja spanisch)

Sigrun





…the journey continues…

26 03 2008

Die erste Woche ist fast um. Berlin überzeugt immer noch mit kleinen Cafés und netten Lokalen, unendlich vielen Einkaufsmöglichkeiten, Kultur Deluxe und einer komischen Sprachverwirrung. Das Wetter ist (uh smalltalk) wie gewohnt sehr aprilisch.

Zwischen Schneegestöber und frühlinghaftem Sonnenschein wandle ich umher auf der Suche nach, ich würde sagen Erkenntnis. Nicht im Sinne von einer ich-fahre-nach-Indien-auf-der-Suche-nach-Erkenntnis Erkenntnis, eher will ich anfangen mich hier in meinem Kiez (jaja, schon wieder, ich bin nunmal in Berlin) auszukennen. So versuche ich jedes kleine Eck zu sehen, zu erkennen, und in meinem Hirn zu verzeichnen. Gelingt mir mäßig gut, es sind noch zuviele Eindrücke.

Hier in Berlin gibt es 9 U-Bahnen, und ca. 16 S-Bahnen, unzählige Busse und Trams. Die U-Bahn spinnt im Schneckentempo (im Vergleich zur guten alten Wiener U4 ist diese eine Schnellbahn) ihr gelbes Netz unter und oberhalb der Stadt. Die Dimension dieser Stadt ist für mich noch garnicht fassbar. Ich bewege mich deshalb, vorsichtshalber nur in gewissen Bezirken und habe auch schon meine eigenen Beschreibung derselben:
Prenzlauerberg: wo ich wohne, viele Café, Bars, Kinder, grün, ruhig
Kreuzberg: wo ich mir eine Wohnung angeschaut habe, Bars, fortgehen, Türken, nicht so ruhig
Mitte: sightseeing, wenig Cafés, teuer
Charlottenburg: Uni, sonst nichts
Man könnte glauben ich bin Kaffeetesterin hier, ich muss auch gestehen, das ist im Moment meine Hauptbeschäftigung.

Die Uni erinnert an das Freihaus nur viel größer und ein bisschen moderner. Überhaupt kommt mir vor, dass hier in Berlin alles einfach viel größer ist – jedenfalls im Westen, wenn ich mir diese Unterscheidung schon anmaßen kann.
Die Leute sind allerdings sehr nett, fast zu nett. Manchmal vermisse ich die wienerische Mürrigkeit. Wenn ich um 9 in der Früh am Alexanderplatz meinen ersten Kaffee (die Sucht wird genährt) kaufe, will ich nicht mit einem verstörenden, unnatürlich freundlichem: “Hallo, was darf ich dir bringen” bedient werden. Wo ist der Mut zur ehrlichen Unfreundlichkeit?
Eine angenehme Folge dieser Freundlichkeit ist, dass man praktisch mit allen sofort per Du ist, keine lästigen Höflichkeitsanreden, das ist beruhigend.

Seit gestern Abend habe ich eine Wohnung. In einer WG im Prenzlauerberg, zwei Mädls sind meine künftigen Mitbewohnerinnen. Das ist eine Neuheit, ich habe noch nie mit sovielen Menschen gleichen Geschlechts zusammen gewohnt. Sie scheinen aber sehr nett zu sein. Lina aus Lithauen, Julia aus Deutschland – eine studiert, eine arbeitet. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Nichtraucher Wohnung (die Sucht wird gedrosselt), dafür in der Nähe der Kastanienallee und des Mauerparks, da war ich schonmal und es scheint mir ein gutes Eck zu sein.

Mehr gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erzählen. Ich danke für die Aufmerksamkeit und werde mich Mühen von meinen ersten Eindrücken auf der Uni, alsbald zu erzählen.





Berlin Berlin

20 03 2008

Berlin heißt mich willkommen, kein Schnee immerhin. Flughafen praktisch mitten in der Stadt. Die ersten Krocha in der Ringbahn – Bam Oida – liegt mir auf der Zunge – sind die fake-Diamanten gepiercten Ohren auch Teil dieser Bewegung? Oder nur Begleiterscheinung? Oder waren die gar schon vorher da?

Ich entdecke meine alte Liebe zu Nil, Parisienne gibts keine, oder ich habs noch nicht gesehen. In Deutschland sind in einem Päckchen 17 Zigaretten, wer hat sich diese absurde Zahl einfallen lassen? Oder sind die Deutschen schlichtweg prim-verliebt?

Das Berliner Bier heißt: Berliner – einfallsreiches Pack. Ansonsten erscheinen sie mir ganz nett zu sein.

Die Augen verfolgen mich als hät ich “Ösi” auf meiner Stirn stehen, oder liegts an meinem 17kg Duffle Pack?

Ich hab Angst meinen überdimensionalen Stadtplan auszupacken, soein Tick, also irre ich umher und versuche Krampfhaft mir die Stadtkarte ins Gedächtnis zu rufen, durch das dadurch bedingt Verlaufen bin ich gezwungen mich als Berlin-Neuling zu outen, ich stoße aber aber durchgehend auf verständnisvolle Ureinwohner.

Ich sitze in einem Wohnzimmer das ein Kaffee ist, und trinke ein Bier auf die Berliner-Wiener Verknüpfung.

Prost euch allen, wer auch immer das liest.





Prä-Berlin

20 03 2008

Nachdem mir Gernot rücksichtsvollerweise diesen Blog hier “eingerichtet” hat, wobei ich eigentlich kein Fan von dieser medialen Zurschaustellung bin, aber meinem Bruder zuliebe (ja und, weils wirklich garnicht so unpraktisch ist), werde ich mich mühen hier hin und wieder meine Erlebnisse preiszugeben.

So sitz ich jetzt hier, in 3 Stunden geht mein Flug, die Sachen sind gepackt, draußen schneit es, mein Katzi schnuddelt um mich herum als würde sie wissen das ich in weniger als 3 Stunden für 5 Monate weg sein werde.

Die letzten Tage waren ziemlich stressig. Wie das nunmal so ist bevor man weggeht, alle Leute nochmal treffen, hin und her rennen, von Amt zu Amt laufen, Abschnitt einreichen, Studentenausweis Duplikat beantragen etc. Hat aber auch was gutes, innerhalb von kurzer Zeit macht man soviel oder trifft man soviele Leute wie sonst in einem ganzen Monat nicht.

Abschiedsfeier gabs auch. War sehr nett, Fotos werden nachgetragen. Mäxchen spiel ich nie wieder und die Mischung Süßwein + Bier + Tequilla ist keine gute.

Sodenn, ich werde heut Abend irgendwo in der Schönhauserallee ein Bier auf euch alle trinken und der großen Stadt zuprosten – vielleicht trink ich auch eine Weißwein Schorle, wenn mir das über die Lippen kommt…

S*








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